Schatzsuche wird meist mit Robert Louis Stevensons Piratengeschichte um die Schatzinsel oder mit Indiana Jones, der sich mit einer geheimnisvollen Schatzkarte im Rucksack durch Wüsten oder Dschungel schlägt und aufregende Abenteuer übersteht, in Verbindung gebracht. Die Vorstellung sich in Deutschland auf Schatzsuche zu begeben, mutet dagegen etwas abwegig an. Doch auch bei uns gibt es verschollene Schätze. Deutschland war seit jeher Schauplatz kriegerischer Auseinandersetzungen. Denken wir an den Slawenaufstand, den Dreißigjährigen Krieg, Napoleon Feldzug nach Osten und nicht zuletzt die beiden Weltkriege. Zum Schutz vor Plünderungen hat die Bevölkerung ihr Hab und Gut häufig versteckt oder man versuchte seine Beute, Waffen, Uniformen, Dokumente und anderes belastendes Material zu beseitigen. Was bot sich mehr an, als es im nächstgelegenen See zu versenken. Und dort ruhen die Gegenstände noch immer, wenn die Beteiligten in den Kriegswirren gefallen sind, sie nicht mehr gefunden wurden oder kein Interesse bzw. keine Möglichkeit zur Bergung bestand. Man braucht bloß mal seine Arme in den Schlamm unserer heimischen Seen stecken. Es ist erstaunlich, was man dort alles findet. Die Existenz von Schätzen ist so allgegenwärtig, dass das Bürgerliche Gesetzbuch ihrem Fund sogar einen eigenen Paragraphen widmet.
Wie dem auch sei, feststeht, dass es immer noch eine Vielzahl ungelöster Rätsel um vergrabene oder verschollene Schätze gibt, die auf ihre Wiederentdeckung warten. Man muss nur den Mut haben, danach zu suchen. Wer einmal erlebt hat, wenn der Metalldetektor anschlägt, der ist von diesem Augenblick an ein Gefangener des Schatzsucherfiebers. Es ist der Nervenkitzel und die Spannung, ausgerechnet heute vielleicht den Sensationsfund zu machen. Wer dieses Gefühl kennt, will nicht mehr darauf verzichten.
