Phuket - Ein Jahr nach dem Tsunami

Ein Jahr ist nun vergangen, seitdem der Tsunami über den Indischen Ozean raste und sich in Küstennähe zu einer bis 30 m hohen Wasserwand aufbaute. Mehr als 220.000 Menschen sind in den Fluten gestorben oder gelten seitdem als vermisst. Am 26. Dezember 2004 um 7.58 Uhr Ortszeit erreichte der Tsunami das thailändische Tropenparadies Phuket. Ein Jahr später machte ich mich auf den Weg nach Thailand, um zu sehen, inwieweit sich die größte Insel des Königreichs und deren Tauchgründe von der verheerenden Flutkatastrophe wieder erholt haben.

Phuket hatte sich zu einem der Top-Reiseziele für Sporttaucher entwickelt. Die beiden Korallenfelsen Shark Point und Anemoneriff waren die einzigen Tauchplätze in Thailand, die im Rahmen eines Tagesausfluges zu erreichen sind und trotzdem Weltklasseniveau hatten. Beide Tauchplätze blieben von Tsunami relativ verschont. Die Schäden beschränken sich hauptsächlich auf den flachen Bereich bis 5 Meter Tiefe und die Tauchguides sind sich sicher, dass sich auch dieser Bereich wieder schnell erholen wird. Die beiden Felsnadeln sprühen geradezu vor Leben. Sie sind mit großen Gorgonienfächern und ungewöhnlich vielen Seeanemonen bewachsen, deren Nesselwirkung ich unfreiwilligerweise zu spüren bekam. Die Auswirkungen waren noch eine Woche später deutlich sichtbar. Neben den typischen Riffbewohnern wie Rotfeuerfischen, Muränen und Süßlippen traf ich hier auch auf Seepferdchen, Fetzenfische, Seeschlangen und große Barrakudaschwärme. Nur die Haie ließen auf sich warten. Trotz mehrmaliger Versuche habe ich am Shark-Point, der für häufige Begegnungen mit Leopardenhaien berühmt sein soll, keinen einzigen Hai gesehen. Lediglich am King Cruiser Wrack sah ich einen dieser etwa 2 m langen Räuber.

Im Gegensatz zum Shark-Point und dem Anemonenriff hat der Tsunami am King Cruiser-Wrack deutliche Schäden hinterlassen. Die Aufbauten der 85 Meter langen Passagierfähre, die 1997 auf dem Weg von Phuket zu den Phi Phi-Inseln gesunken ist und heute in 30 Meter Tiefe auf dem Meeresgrund ruht, sind stark zusammen gefallen. Dennoch wimmelt es hier aufgrund der starken Strömung an Leben.

Auf der Insel selbst sind eigentlich keine Schäden des Tsunami mehr zu sehen. Die Strandpromenade von Patong und am Nai Harn Beach wurden neu aufgebaut und alle Restaurants, Läden und Kneipen sind geöffnet. Fazit: Ein Jahr nach dem Tsunami ist in Phuket wieder der Alltag eingekehrt. Im Bereich Kata und Karon und südlich davon sind nur noch wenige Auswirkungen des Tsunami zu erkennen. Also fliegt nach Asien und taucht ein in die herrlichen Tauchgründe rund um Phuket.

Erstveröffentlichung in „Adlershofer Flossenblätter“ Ausgabe 62/2006.

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