Kapstadt und seine Tierwelt - 3. Teil

Letzten Sonntag waren wir, wie angekündigt, am Boulder’s Beach, um uns Pinguine anzugucken. Das sind einfach nur witzige Tiere! Dabei brauchen die nicht mal irgendetwas Besonderes zu machen. Die leben hier an diesem bestimmten Strand und lassen sich von Touristen begutachten und fotografieren. Derzeit haben sie sogar Nachwuchs. Meistens zwei Jungtiere, die schnell größer und dicker als die Eltern werden und extrem bewegungsfaul sind. Da könnte fast ein Zusammenhang bestehen.

Ab und zu watschelt auch mal ein (ausgewachsener) Pinguin durch die Gegend. Besonders witzig sieht es aus, wenn ein Pinguin wegrennt oder einen kleinen Berg hoch oder - noch besser - runter läuft. Dann müssen sie mit ihren kleinen Flügeln rotieren, um das Gleichgewicht nicht zu verlieren. Um das dem interessierten Touristen zu verdeutlichen, hat (natürlich rein zufällig) eine Gruppe Kleinkinder eine Gruppe Pinguine über eine kleine Anhöhe „gejagt“. Ich hab’s auf Video festgehalten. Klasse!

Auf dem Rückweg vom Pinguinstrand gab es gleich noch das zweite Highlight: Wir haben Wale gesehen! Beinahe schon klischeehaft haben sie abwechselnd die Schwanzflosse aus dem Wasser gestreckt und Luft bzw. Wasser ausgeblasen. Dummerweise waren von allen drei mitgenommenen Kameras die Batterien leer. Wir werden aber sicher noch Beweisfotos machen können. Etwa eine Autostunde von Kapstadt entfernt liegt die Hermanus-Bucht, in der sich alljährlich um diese Zeit Wale sammeln. 6 sollen schon dort sein.

Um die Tiergeschichten abzuschließen, folgt gleich noch die aktuellste: Wir haben heute eine kleine Bootstour zur „Seehund-Insel“ gemacht. Die Betonung liegt auf klein. Kaum waren wir dort, hat das Boot auch schon wieder umgedreht und ist zurück zum Hafen gefahren. Fast schon Touristenabzocke! Aber dafür sind wir ja da. Die so genannte Insel besteht aus zwei größeren Felsen, die nahe der Küste aus dem Wasser ragen. Von den Felsen sieht man aber nicht viel, weil diese komplett mit Seehunden belegt sind. Wer keinen Platz abbekommen hat, muss sich im Wasser aufhalten. Da schwammen dann auch nicht wenige Seehunde rum und haben sich über den wahrscheinlich hundertsten Besuch an diesem Tag gefreut. Auf jeden Fall haben wir genügend Seehunde gesehen und trotz des kurzen Aufenthaltes ein paar Bilder machen können.

Neben den ganzen Tierbeobachtungen wurde aber auch noch ein wenig gearbeitet. Letzten Mittwoch hatten wir unsere erste Gerichtsverhandlung, d.h. wir sollten unsere erste Gerichtsverhandlung haben. Termin war um 9.00 Uhr. In Südafrika heißt das aber noch lange nicht, dass dann auch die Verhandlung stattfindet. Die gegnerische Partei kam erstmal locker eine halbe Stunde zu spät. Als sie dann endlich da war wurde auf dem Gang zwischen den Anwälten diskutiert, mit den Mandanten Rücksprache gehalten (in Südafrika müssen Anwälte und Mandanten bei der Gerichtsverhandlung erscheinen), ab und zu im Richterzimmer etwas mit dem Richter besprochen, dann gab es immer wieder Pausen für Bedenkzeiten und schließlich wurde wieder von neuem diskutiert. Eine Gerichtsverhandlung gab es letztlich nicht. Nach knapp 4 Stunden wurde (natürlich auf dem Gang) ein Vergleich ausgehandelt, den der Richter nur noch kurz abgesegnet hat. Die Anwälte werden hier übrigens nach Zeit bezahlt.

Nächsten Mittwoch, am 18.07.2007, findet zum 89. Geburtstag von Nelson Mandela ein Fußballspiel mit dem Titel „90 Minuten für Mandela – Afrika gegen den Rest der Welt“ statt. Für den Rest der Welt sollen unter anderem (Alt-)Stars wie Zidane und Pele spielen. Mandela wird dort sein und wir sind natürlich auch da! Also falls das Spiel irgendwo übertragen werden sollte…

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