Kapstadt 5. Teil – Regen

Die 10-Meter-Wellen habe ich wohl leider verpasst. Wenigstens habe ich eine in der Zeitung gesehen. Irgendein wahnsinniger Surfer hat sich – ich glaube vom Hubschrauber – in eine solche Wellen „bringen“ lassen und es so auf das Titelblatt einer Kapstädter Tageszeitung gebracht. Das sah schon beeindruckend aus, war aber auch lebensgefährlich, wie mir mittlerweile mehrere Surfer berichtet haben. Schade, dass ich diese Wellen nicht real erleben konnte. Ab und zu müssen wir halt doch noch arbeiten.

Dafür habe ich den südafrikanischen Präsidenten gesehen. Wir waren am Freitag im Parlament und haben uns dessen Abschlussrede zur „Afrika-Konferenz“ angehört. Zu dieser Konferenz treffen sich regelmäßig Vertreter aller afrikanischen Staaten, diskutieren über die Probleme des Kontinents und versuchen gemeinsam Lösungen zu finden. Dieses Mal war Südafrika Gastgeber.

Das Wetter ist derzeit echt beschissen. Besser kann man es nicht ausdrücken. Seit etwa einer Woche regnet es abgesehen von wenigen Unterbrechungen durchgehend. Ab und an stürmt es auch noch ein wenig.

Um dem schlechten Wetter zu entfliehen, bin ich jetzt Mitglied bei einem Fitnessstudio geworden. Eigentlich finde ich Fitnessstudios eher langweilig. Dieses ist aber anders. Neben den üblichen Geräten gibt es ein Schwimmbad und einen Wellnessbereich mit Sauna und Dampfbad. Endlich Wärme! Außerdem haben die auch mehrere Squash-Courts. Ein paar Kapstädter habe ich beim Squash auch schon kennen und die mich (natürlich nur rein sportlich) hassen gelernt. Zudem gibt es einen „Kauai“ (das ist hier eine Fastfood-Kette, allerdings nur mit gesunden Sachen), eine Internetecke und – ganz besonders wichtig – eine „Lounge“ mit Couch und bequemen Sesseln und einem riesigen Fernseher auf dem nonstop Sport läuft. Super! Alles in allem also eine riesige Wohlfühloase. Zwei Hacken hat der Club bis jetzt dennoch. Erstens müssen im Schwimmbad alle eine Badekappe tragen. Wahrscheinlich einfach nur, weil das so richtig schön bescheuert aussieht. Ich werde mir vielleicht noch wie damals beim Schulschwimmen meinen Namen vorne draufschreiben. Wenn schon, dann richtig! Zweitens scheinen Saunen in Südafrika Schwulentreffpunkt zu sein. In Kapstadt gibt es wahnsinnig viele Homosexuelle. Normalerweise verteilt sich natürlich alles in der großen Stadt. In dem verhältnismäßig kleinen Saunabereich konzentriert es sich hingegen. Wenn ich mal so oft von Frauen angemacht werden würde wie hier von den anderen Nackedeis…

Ansonsten hoffe ich, dass das Wetter bald besser wird und man sich wieder mehr vom Land angucken kann.

Bis bald!
Frank

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