Eisige „Katja“

Es ist schon Tradition in unserem Klub – das Neujahrstauchen am Katjasee. Auch in diesem Jahr wurde die winterliche Stille unserer „Katja“ durch ca. 20 Adlershofer Taucher gestört, die sich am 11.01. auf dem zugefrorenen See versammelten, um unter die Eisdecke zu schauen. Wiedereinmal hatten wir mit dem Wetter Glück: Herrlicher Sonnenschein bei eistauchgerechten Minustemperaturen.

Vor dem Eistauchen hieß es aber zuerst einmal, ein entsprechend großes Einstiegsloch zu sägen. Das Eis hatte immerhin eine Stärke fast 30 cm! Als Thomas & Co. beherzt mit Äxten und Sägen gegen die gefrorene Oberfläche vorgingen, verabschiedete sich eine Axt in die Tiefen des Sees. Sie konnte später jedoch wieder geborgen werden. Da das Eis mit einer leichten Schneedecke bedeckt war, wurden sternförmige Bahnen zum Einstiegsloch gefegt. Diese Bahnen sollten uns Taucher nicht nur zurück zur Einstiegsstelle leiten, sondern schufen außerdem schöne Lichteffekte unter Wasser. Die Ränder des Einstiegs wurden mit einer Holzpalette und Sand abgesichert, damit niemand unfreiwillig zum dritten Tauchpartner wird. Zur selben Zeit „eröffnete“ Udo – wie immer im quittegelben Überzieher – am Eistaucher-Basislager das Feuer. Der Fischer brachte Fischbrötchen und Dieter mit rotem Pudel überwachte kommentarreich die Leinensicherung.

Nachdem alle Vorbereitungen abgeschlossen waren, ging es endlich los. Nach dem unvermeidlichen Kälteschock im Eiswasser konnte ich beruhigt den ersten Zug aus dem Automaten nehmen; außerhalb sollte man das wegen Vereisungsgefahr eher unterlassen. Langsam entfernte ich mich von der Einstiegsstelle. Als ich nach ein paar Metern zurückblickte, umgab mich ein grünes Dämmerlicht. Die ausgeatmeten Luftblasen glitten unter der milchig grauen Eisdecke entlang und das Ende der Sicherungsleine löste sich an der Sichtgrenze förmlich auf. Wie eine Nabelschnur ist sie die lebenswichtige Verbindung zur Oberfläche. Ein Tauchgang unterm Eis ist immer wieder ein besonderes Erlebnis, denn nur die wenigsten Menschen werden wohl einmal einen Schlittschuhläufer von unter beobachten können.

Zurück an der Oberfläche wurden alle „Neujahrstaucher“ mit einem Fläschchen Sekt begrüßt und dann aus dem Wasser gehievt. Spätestens zu diesem Zeitpunkt machte es sich bezahlt, mit dem Klub zu tauchen und ein „Betreuerteam“ bereit zu haben. Denn ein schöner heißer Glühwein nach dem Tauchgang (Danke Kerstin!) ließ die Kälte schnell vergessen. Problematisch war nur, das Zittern so unter Kontrolle zu behalten, dass der Glühwein auch in der Tasse blieb…

Das Neujahrstauchen am Katjasee stellte wiedereinmal einen gelungenen Jahresauftakt dar. Ein großes Dankeschön an Jan, der die Leitung übernommen hatte, und all denjenigen, die zum Gelingen dieses Tages beigetragen haben!

Erstveröffentlichung in „Adlershofer Flossenblätter“ Ausgabe 50/2003.

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