Bereits mehrmals fragten mich Kerstin und Silvio, ob ich nicht Lust hätte, zum Tauchen nach Polen zu fahren. Erschrocken dachte ich an mein Auto und winkte stets ab. Ich befürchtete, dass es unfreiwillig seinen Besitzer wechseln wird und sah mich schon in voller Tauchermontur von Polen zurück nach Berlin laufen. Doch diesmal lockte Silvio mit einer Geschichte von einem Flugzeugwrack, welches angeblich im Jez. Moryn gefunden wurde. Vor ein paar Jahren habe er sie vom Besitzer der ortsansässigen Tauchbasis erfahren; gesehen habe er das Flugzeugwrack aber noch nicht. Da Silvio vorschlug, dass wir mit seinem Auto die Fahrt ins Nachbarland wagen, stand einem Tauchausflug nichts mehr im Wege.
Der Tauchbasis Submarine in Moryn war schnell gefunden. Der Betreiber bestätigte uns die Geschichte vom Flugzeugwrack und erklärte uns freundlich die genaue Wrackposition. Silvio und ich schwammen zu der Stelle, die uns er uns beschrieben hatte und tauchten ab. Jaka jest przezroczystosc wody? [polnisch für: Wie gut ist die Sicht?]. Das Wasser war schwarz. Die Sicht war so trüb, dass ich nicht einmal mehr meine Flossen sah und so tasteten wir uns am Seeboden entlang. Doch schon nach kurzer Suche bemerkte ich einige große Metallteile. Ob es sich dabei tatsächlich um ein Flugzeug handelte, kann ich aufgrund der schlechten Sichtverhältnisse nicht mit Sicherheit sagen, aber die Aluminiumteile, die wir gefunden haben, deuten darauf hin. Sie hatten teilweise grüne Farbrückstände, wobei es sich um Tarnfarbe handeln könnte. Wir vermuten, dass es sich um ein deutsches Flugzeug aus dem 2. Weltkrieg handelt. Der Beweis steht zwar noch aus, doch wir werden im Herbst wiederkommen und das Wrack einer genaueren Untersuchung unterziehen.
Erstveröffentlichung in „Adlershofer Flossenblätter 68/2007.
